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Abhängigkeit?


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Spielabhängigkeit

Wieviele Stunden pro Tag & wo bleibt die Zeit?

Ich kann das Thema Sucht an dieser Stelle nicht vollständig beantworten. Ich möchte dies auch gar nicht, da unsere Intention nicht ist eine Pro oder Contra "Onlinerollennspiel Stellung" zu beziehen. Es gibt viele andere Internetseiten, die sich mit dem Thema Onlinerollenspiele & Sucht befassen. Ich möchte an dieser Stelle auch verdeutlichen, dass ich nichts von einem Verbot von Onlinerollenspielen, oder Computerspielen im Allgemeinen halte.

Ich möchte auch nicht den klinischen Begriff der Sucht verwenden. Viel eher trifft in Bezug auf Onlinerollenspiele eine Abhängigkeit im Sinne einer nicht mehr kontrollierbaren Zwangshandlung zu, das Spiel unentwegt spielen zu wollen.

Eine Frage, die immer im Zusammenhang mit Onlinerollenspielen auftaucht, sollte sich aber jede Spielerin und jeder Spieler stellen.

Wie lange spiele ich pro Tag?

Die zweite Frage in diesem Zusammenhang lautet:

Was verliere ich ggf. durch diese Spielzeit?

Sowohl duch unsere Interviews, als auch durch meine eigenen Spielstunden habe ich natürlich Spielerinnen und Spieler kennen gelernt, die 6 oder mehr Stunden pro Tag spielen (nicht einmal gelegentlich am Wochenende, sondern täglich). Dabei liegt es zwangsläufig auf der Hand - ganz unbestreitbar - dass andere Dinge des Lebens vernachlässigt werden. Da gibt es schlicht nichts zu leugnen. Der Tag hat nur 24 Stunden.

Machen Onlinerollenspiele abhängig?

Onlinerollenspiele können im Zusammenspiel mit verschiedenen anderen Faktoren eine nicht stoffgebundene Spielabhängigkeit im Sinne einer Zwangshandlung hervorrufen.

Das bedeutet im Klartext: Ja, Onlinerollenspiele können abhängig machen.

Es wäre verantwortungslos zu behaupten, dass Onlinerollenspiele kein Abhängigkeitspotential enthielten. Dieses Thema ist sehr komplex. Eine mögliche Abhängigkeit entwickelt sich schleichend. Es entsteht ein regelrechter Zwang, nicht mehr ohne das Onlinerollenspiel auskommen zu können und ohne Unterlass spielen zu wollen.

Was kann eine Spielabhängigkeit hervorrufen?


Aus unserer Sicht gibt es verschiedene zentrale Faktoren (bezogen auf die Spieltechnik an sich), die eine mögliche Abhängigkeit fördern können.

Typische Spielprinzipien

Die genannten Punkte sind typische Spielprinzipien von Onlinerollenspielen.

Das Erstreben der "besten" Spielfigur, der "besten" Ausrüstung, der "besten" Fähigkeiten - dazu noch in möglichst kurzer Zeit als zusätzlichen "Schwierigkeitsgrad" kann zu einer unkontrollierten Zwangshandlung führen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Bezug zur Realität aufgrund von deutlich überzogener Spielzeit verloren geht (deutlich überzogen meint hier nicht selten 10 Stunden täglich und mehr).

Freunde treffen, ohne den bequemen Sitzplatz zu verlassen, mit ihnen spielen, sprechen, virtuell zusammen sein. Gemeinsam erfolgreich spielen und Niederlagen teilen. In Onlinerollenspielen existiert eine hohe Gruppendynamik, teils auch ein Gruppenzwang. Dieses gemeinsame Erlebnis ist für den einen Spieler pures Vergnügen und für den anderen purer Streß.

Nach aktuellen Studien sind durchschnittliche wöchentliche Spielzeiten von 15 bis 20 Stunden bei Onlinerollenspielerinnen und Spielern normal. Weder die Hersteller, noch die diversen Medien aus der Computerspielbranche behaupten das Gegenteil. Es ist allgemein bekannt, das Onlinerollenspiele sehr zeitaufwändig sind.

Die Hersteller möchten die Spieler mit möglichst vielen und spannenden Inhalten an sich binden. Schließlich ist dieses Spieleprinzip der Schlüssel zum finanziellen Erfolg der Hersteller. Mittlerweile wird aber auch seitens der Hersteller auf das Problem der Abhängigkeit reagiert. So beispielsweise durch Zugangsbegrenzungen oder "Wecker" im Spiel. Eltern können damit festlegen, wie lange ihr Kind spielen darf.

Trotzdem besteht ein Unterschied zwischen intensivem Spiel und Abhängigkeit. Natürlich ist nicht jeder Spieler, der intensiv spielt abhängig. Hier spielen weit mehr Kriterien eine Rolle und eine mögliche Abhängigkeit ist nicht auf die Spielzeit allein zurück zu führen.


Wie erkennen und was tun?

Bleibt die Frage, ab wann von einer Abhängigkeit gesprochen werden kann.

Nach unserer Auffassung immer dann, wenn wesentliche Merkmale des Alltags bis hin zu der eigenen Gesundheit vernachlässigt werden.

Typisch wären etwa folgende Merkmale:

Die Bezeichnung Freizeitbeschäftigung drückt deutlich aus, dass es sich um eine nebensächliche Beschäftigung zum Spaß und zum Zeitvertreib handelt.

Keine Freizeitbeschäftigung sollte über die notwendigen Alltags- und Berufspflichten gestellt werden. Spätestens im Falle einer steigenden Vernachlässigung auch nur einer der genannten oder ähnlichen Merkmale muss der Rückwärtsgang eingelegt werden.


Medienkompetenz als Kontrolle

Der Zeitfaktor ist der erste und einfachste Kontrollmechanismus. Verbringe ich weniger Zeit mit dem Onlinerollenspiel, bin ich weniger abhängigkeitsgefährdet bzw. es kann keine Zwangshandlung entstehen.

In Bezug auf Kinder und Jugendliche stehen in erster Linie die Eltern in der Pflicht!

Erwachsene treffen ihre eigenen Entscheidungen (trotzdem sind sie keinesfalls von einer möglichen Spielabhängigkeit geschützt). Bei Kindern und Jugendlichen müssen die Eltern darüber informiert sein, was ihre Kinder vor und mit dem PC veranstalten. Medienkompetenz im Sinne eines informierten und reflektiven Umgangs mit dem PC, dem Internet und damit auch den Onlinerollenspielen ist hier das wichtigste Werkzeug.

Eltern, die nicht informiert sind, nicht wissen wollen was ihre Kinder spielen und sich nicht darum kümmern gefährden ihre Kinder!

Auch das ist wirklich keine neue Tatsache und bezieht sich auf die gesamte Medienlandschaft vom Fernsehen bis zum Internet.

Fazit

Ja, eine Abhängigkeit im Sinne endlosen Spiels und Vernachlässigung des Alltags kann auftreten. Ja, Onlinerollenspiele sind technisch so aufgebaut, dass ein sehr zeitintensives Spiel geradezu notwendig ist (zumindest um einen Maximalerfolg zu erzielen). Ja, eine solche Abhängigkeit hat fatale Folgen auf multiplen Ebenen für den Betroffenen.

Driften Erwachsene zu sehr in die virtuellen Welten ab, sind es Freunde, Verwandte oder Bekannte, dier hier Einfluss nehmen können, indem sie kritisch nachfragen und dem Betroffenen klar machen können, dass er nicht so viel Zeit in diese Beschäftigung stecken darf.

Hinsichtlich Kindern und Jugendlichen können es nur die Eltern sein, die gemeinsam mit ihren Kindern das Spielverhalten vereinbaren.



Weitere Infos zum Thema Abhängigkeit

Auf den Internetseiten unseres Kooperationspartners: Rollenspielsucht.de erhalten Sie umfassende Informationen zum Thema Onlinerollenspielsucht. 
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